Parkraum-Management · Konzeption · Technik
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Ein Parkhaus aus Buchenholz

Ein Parkhaus aus Holz ergibt ökologisch und ästhetisch neue Möglichkeiten. Foto: TU München/Pollmeier

In Deutschland ist die Buche neben Fichte und Kiefer der dritthäufigste Baum mit großen nachhaltigen Nutzungsreserven. Ihre Festigkeitswerte übertreffen die von Nadelhölzern deutlich und durch die industrielle Aufbereitung zu hochwertigem Furnierschichtholz kann Buchenholz auch wirtschaftlich verwendet werden.

Die Firma Pollmeier Massivholz GmbH in Thüringen stellt aus Buchenfurnieren das Produkt BauBuche her, das laut Unternehmensaussage nicht nur kostengünstig ist, sondern in Bezug auf Festigkeit und andere technische Eigenschaften exzellente Werte aufweist. Während die BauBuche bereits für große Strukturen beispielsweise im Hallen- und Gewerbebau zum Einsatz kommt, wurden an der TU München auch Konstruktionssysteme für Parkgaragen untersucht.

Modulares System

Angelehnt an gängige Parkhaussysteme aus Stahl wurde ein modulares System für den Bau von oberirdischen offenen Mittel- und Großgaragen entwickelt. In dem von der TU München berechneten Modell besteht die Grundkonstruktion des Parkhauses aus Stützen und Trägern aus BauBuche GL70 und einer Decke aus Stahlbeton-Fertigteilen. Die Parkplatzgröße wurde mit 2,50 x 5,00 m bei einer 6,50 m breiten Fahrbahn definiert. Aufgrund der hohen Tragfähigkeit des Holzwerkstoffes können Stellplätze und Fahrbahn stützenfrei überspannt werden, so dass die Stellplätze unabhängig von der Konstruktion ausgewiesen werden können. Das Einrichten von Behindertenstellplätzen oder eine Anpassung der Flächen an veränderte Fahrzeuggrößen stelle somit kein Problem dar.

Die Erschließung für den PKW-Verkehr erfolgt über Rampen aus BauBuche Trägern und Fertigteilen aus Beton. Auf der höchsten Parkebene wird ein Dach als konstruktiver Schutz vor Bewitterung angebracht. Aufgrund der modularen Bauweise können die Parkebenen in beliebiger Länge aneinander gereiht werden, die maximale Höhe des Gebäudes ist bis zur Hochhausgrenze denkbar. Als lichte Höhe hat die TU München 2,20 m zwischen Oberkante Fahrbelag und Unterkante Tragwerk bestimmt, um Reserven für Beleuchtung, Sprinklerung, sonstige Installationen und eventuell künftige Sanierungen durch zusätzliche Aufbauschichten zu gewährleisten. Die Geschosshöhe soll 2,93 m betragen.

Ressourceneffizent

Die Ressourceneffizienz der Baukonstruktion steigt mit dem hohen Vorfertigungsgrad: Durch eine Produktion der BauBuche-Elemente im Fertigungswerk kann nicht nur eine höhere Qualität der Tragelemente gewährleistet, sondern auch die Bauzeit verkürzt werden. Außerdem bietet sie bei den Detailausbildungen die Möglichkeit zur besseren Qualitätskontrolle. Die Betondecke, die die einzelnen Parkebenen trennt, dient während der Montagephase als Feuchtigkeitsschutz und später als vertikale Brandbarriere.

Insgesamt wird – bei fachgerechtem und witterungsgeschütztem Einbau – eine Nutzungsdauer von über 50 Jahren für die BauBuche-Tragelemente angenommen. Eine Langlebigkeit, die mit der eines Massivbaus vergleichbar ist. Ist irgendwann die technische Lebensdauer der Parkgarage erreicht, können die einzelnen Werkstoffe (Holz, Beton, Stahl) problemlos demontiert und als Recyclingmaterial weiterverwertet oder einer thermischen Verwendung zugeführt werden.

Ein Parkhaus aus Holz ergebe ökologisch und ästhetisch neue Möglichkeiten: Zum einen komme ein umweltfreundliches Material zum Einsatz, das als aktiver Kohlenstoffspeicher dem Klimaschutz diene. Zum anderen sei die BauBuche durch die hochwertige Oberfläche bestens zum Einsatz im Sichtbereich und zur ästhetischen Aufwertung einer Parkgarage geeignet. Kostentechnisch liege das Holzparkhaus auf einem ähnlichen Niveau  wie herkömmliche Bauten aus Stahl oder in Massivbauweise