Parkraum-Management · Konzeption · Technik
Parken Kompakt 2017

Komplettpakete für alle Fälle

Die Digitalisierung verlangt auch in der Parken Branche immer stärker nach neuen Lösungen. Im Interview mit Parken aktuell erklärt Frank Horak, ...

SKIDATA verstärkt das Business Development

Die SKIDATA AG holt sich mit Michael Gradnitzer branchenbekannte Verstärkung für das Business Development. Gradnitzer verfügt über 15 Jahre Erfahrung ...

Parken wie ein Europameister

Polen und die Ukraine haben ihre Stadien fit für die Europameisterschaft gemacht. In Breslau steht mit dem „Stadion Miejski“ sogar ...

Kamerabasierte Klassifizierung von Parkplatzbelegungen

Forschungsprojekt: Belegungsstatus eines Parkplatzes per Video erfassen Foto: RUB Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) der ...

Partnerschaft im intelligenten Parken gestärkt

Die Sensoren im Boden übermitteln Daten über die Parkplatzbelegung an ein tragbares Gerät. Der niederländische Elektrokonzern Nedap, der unter anderem ...

Prominenter Professor spricht in Turin

Der weltweit bekannte Parken-Experte Prof. Donald Shoup – auch als „Parken-Prophet“ oder gar „Rockstar“ der Branche bezeichnet – spricht auf ...
 
 
 
 
 

Komplettpakete für alle Fälle

Die Digitalisierung verlangt auch in der Parken Branche immer stärker nach neuen Lösungen. Im Interview mit Parken aktuell erklärt Frank Horak, Leiter Produktmanagement und Marketing, wie die neue Gerätegeneration von Scheidt & Bachmann diesen Herausforderungen begegnet.

Frank Horak, Leiter Produktmanagement und Marketing

Frank Horak, Leiter Produktmanagement und Marketing

Parken aktuell: Es ist nicht zu übersehen, Scheidt & Bachmann rollt gerade eine neue Gerätegeneration in den Markt aus. Zahlreiche Parkhäuser sind bereits mit dem neuen Kontrollgerät ausgestattet. Ein hoher Entwicklungsaufwand für Hardware. Ist das nicht ein Widerspruch zum allgemeinen Trend der Digitalisierung und einem möglichen Wegfall von Kontrollgeräten?

Frank Horak: Ganz im Gegenteil, mit der neuen Gerätegeneration haben wir ein Produkt geschaffen, welches sehr flexibel auf die Wünsche der Kunden angepasst werden kann und somit eben auch gerade den Trend der Digitalisierung sehr vielen unterschiedlichen Ausprägungen unterstützen kann. So können zum Beispiel alle erdenklichen Medien die für eine Parkplatzreservierung genutzt werden wie zum Beispiel QR Codes, Windshield Tags, RFID Karten, Kredit-Karten oder auch das Kennzeichen von unseren Geräten verarbeitet werden. Und über das große Display wird dem Benutzer die Interaktion kinderleicht gemacht und öffnet so auch unerfahreneren Kunden den Zugang zur Digitalisierung.

Wir haben uns also mit der Neuentwicklung unseres Hardware Portfolios so aufgestellt, dass unsere Kunden zukünftig schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren können.

Parken aktuell: Welche Marktveränderungen meinen Sie hier speziell?

Frank Horak: Im Kern ist es die von Ihnen bereits erwähnte Digitalisierung, die auch in der Parken-Branche verstärkt Einzug hält. Heute planen viele Autofahrer schon frühzeitig, wann und wie sie parken. Wir möchten unsere Kunden dahingehend beraten, Angebote für diese Entscheidungsfindung zu entwickeln. Dann ist eine Veränderung im Mobilitätsverhalten der Menschen zu spüren, sei es im Hinblick auf das Umweltbewusstsein oder aus ökonomischer Sicht. Für viele Menschen in den städtischen Ballungszentren ist das eigene Auto nicht mehr so attraktiv wie noch vor ein paar Jahren. Dagegen haben sich die Car-Sharing Angebote deutlich erhöht, auch oder gerade wegen der überregionalen Nutzungsmöglichkeit: Ob der „Car-Sharer“ nun in Düsseldorf, Berlin oder München unterwegs ist – er kann auf seinen Anbieter zurückgreifen.

Dieses geänderte Nutzungsverhalten hat auch Einfluss auf die Einfahrttickets. Da immer mehr berührungslose und komfortable Medien, wie UHF-Tags zum Beispiel im Einsatz sind, werden künftig Papiertickets immer seltener zum Einsatz kommen.

Parken aktuell: Wenn immer weniger Parktickets ausgegeben werden, werden dann in ein paar Jahren Schranken und Kontrollgeräte an den Ein- und Ausfahrten überflüssig?

Frank Horak: Das wird sich von Land zu Land sehr stark unterscheiden. In Ländern, in denen eine allgemeine Kameraüberwachung breite Akzeptanz findet und in denen private Betreiber anhand von Kennzeichen-Daten Parkgebühren eintreiben können, werden sich vermutlich zumindest Ticketlose Systeme etablieren. Ob diese Systeme auch unbeschrankt sein werden, sehe ich skeptisch, da sie dadurch ja letztendlich die Kontrolle über den zu- und abfließenden Verkehr völlig aufgeben.

Daneben wird es aber auch Länder geben, in denen sich der Kunde an der Ein- und Ausfahrt zumindest irgendwie identifizieren muss. Und das ist nun einmal ohne ein Minimum an Hardware kaum zu bewerkstelligen.

Parken aktuell: Apropos Bezahlen. Heutzutage gibt es ja eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Parkticket zu bezahlen. Was wird sich Ihrer Meinung nach durchsetzen?

Frank Horak: Hier wird es internationale Unterschiede geben: Der Deutsche liebt das Bargeld und die Anonymität, behält gern den Überblick über die Ausgaben und hat Bedenken hinsichtlich Datenschutz bei bargeldlosen Zahlungen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes GfK aktuell bestätigte. Die Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen steigt, je jünger die Befragten sind. In den skandinavischen Ländern dagegen werden selbst kleinste Beträge mit der Bank- oder Kreditkarte bezahlt. Aus unserer Sicht sind die Betreiber gut beraten, den Kunden eine Wahlmöglichkeit zu bieten. Jeder Nutzer hat seine besonderen Vorlieben. Wir unterstützen die Betreiber dahingehend, dass wir eine Vielzahl an Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen: Bargeld, Bank- oder Kreditkarte am Automaten, per Rechnung als Vertragskunde und natürlich auch über eine App auf dem Smartphone. Dementsprechend gibt es dann natürlich auch die passenden Rabattmöglichkeiten je nach Zahlungsform. Wir bieten also immer ein Komplettpaket für die unterschiedlichsten Fälle an.

Parken aktuell: Das klingt alles recht komplex und beratungsintensiv.

Innovative Bezahlmöglichkeiten sind voll im Trend und werden immer mehr nachgefragt.

Innovative Bezahlmöglichkeiten sind voll im Trend und werden immer mehr nachgefragt.

Frank Horak: Wir sehen uns nicht nur als Systemhersteller und Lösungsanbieter, sondern beraten unsere Kunden auch hinsichtlich der Weiterentwicklung ihrer Betriebskonzepte. Gerade in diesem Bereich wird sich in den nächsten Jahren einiges tun. Wir möchten aber unseren Kunden nicht erklären, „wie“ sie ihr Business betreiben sollen – das können die Betreiber am besten. Wir sehen uns mehr als Partner bei der Frage nach dem „womit“. Hier wird es viele spannende Modelle geben, angefangen von Portallösungen, über Software as a Service, Vermietung von Netzbetrieb oder Infrastruktur, wie Antennen, Kameras oder Handhelds. Wir werden auch verstärkt Lösungen als Lizenz anbieten und senken somit auch die Einstiegshürden für manche Betreiber. Unser Fokus liegt nicht auf dem einmaligen Verkauf eines Produktes oder einer Lösung, sondern auf einer langfristigen Geschäftsbeziehung. Mit entervo bieten wir eine stabile Basis: Die offene System-Plattform mit seinen universellen Schnittstellen bietet zahlreiche Möglichkeiten und Optionen für innovative, zukunftsbasierte Lösungen. Ganz flexibel kann somit auf Kundenanforderungen reagiert werden.

Parken aktuell: Vielen Dank für das Gespräch.