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Park-and-Bike hat Potenzial

Positives Zwischenergebnis für Pilotprojekt in München: Umstieg vom Auto aufs Fahrrad zum Pendeln in die Innenstadt findet Akzeptanz.

Fahrradstationen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil des „Park-and-Bike“ -Projektes. Foto: Fang Yi / Shutterstock.com

Das Modell Park+Bikehat Zukunft. Dies ist ein erstes Zwischenergebnis einer Online-Befragung, die von der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) für das Projekt entwickelt wurde und noch bis Ende Oktober 2020 läuft. Auf fünf ausgewählten P+R-Anlagen in München ist es seit Anfang Juli möglich, neben dem klassischen Park-and-Ride auch mit dem Fahrrad weiterzufahren. Für dieses Park-and-Bikegenannte System wurden die Einstellbedingungen geändert: Die weitere Fahrt kann entweder mit dem eigenen Fahrrad oder mit einem Leihrad erfolgen. Ziel ist es, Pendlern auf ihrem Weg in die Münchner Innenstadt mehr Flexibilität zu geben.

In den Versuch integriert wurden im Stadtgebiet München die P+R-Anlagen Michaelibad, Westfriedhof, Studentenstadt und Lochhausen Nord. Mit insgesamt rund 1.150 Stellplätzen beträgt der Anteil dieser P+R-Anlagen 15 Prozent des gesamten städtischen P+R-Angebots von 7.468 Pkw-Stellplätzen. Mit einer Entfernung zwischen 5 und 15 Kilometern bis zum Stadtzentrum sind diese vier Testanlagen auch räumlich für das Münchner P+R-Angebot repräsentativ. Weiter integriert wurde die P+R-Anlage Sauerlach, die an der Radhauptverbindung nach München liegt.

Befragung mit positiver Resonanz

Mit mehr als 180 ausgefüllten Fragebögen ist es möglich, erste Ergebnisse des Pilotversuchs zu bewerten. Die ersten Ergebnisse zeigen sehr schön, dass hier durch die Nutzerinnen und Nutzer ein Potenzial gesehen wird, Auto und Fahrrad miteinander zu kombinieren, um umweltfreundlicher zum Arbeitsplatz zu kommen, sagt Prof. Dr.-Ing. Petra Schäfer, Professorin für Verkehrsplanung an der Frankfurt UAS, die diesen Pilotversuch mit einem Forschungsteam des Research Lab for Urban Transport wissenschaftlich begleitet. Auch Wolfgang Großmann, Geschäftsführer der P+R Park & Ride GmbH, ist überzeugt: Diese ersten Befragungsergebnisse zeigen deutlich, dass Potenzial für Park-and-Bike besteht.

32 Prozent (49 Personen) gaben an, das Angebot von Park-and- Bike nutzen zu wollen, wenn es auf ihrer P+R-Anlage eingeführt würde beziehungsweise nutzen es als Kunde einer der Testanlagen bereits. Unentschlossen sind 13 Prozent der Befragten, 55 Prozent sehen in dem Angebot keine Alternative. Gründe hierfür waren etwa, dass das Fahrziel zu weit entfernt sei oder der Stadtverkehr mit dem Fahrrad zu stressig sei.

Sinnvolle Ergänzung zu P+R

Naturgemäß stellt es für unsere Kundinnen und Kunden, deren Anfahrtszeit zur P+R-Anlage beispielsweise weniger als zehn Minuten beträgt, kaum eine sinnvolle Nutzungsform dar, weil dann oftmals die gesamte Strecke mit dem Fahrrad gefahren werden kann, sagt Wolfgang Großmann. Gerade bei einer weiteren Anfahrtstrecke kann Park-and-Bike die Möglichkeiten umweltgerechter Mobilität aber sinnvoll ergänzen, wie der erfreulich hohe Anteil positiver Zustimmungen zeigt.

Die Frankfurt UAS und die P+R Park & Ride GmbH prüfen, ob der Pilotversuch und auch die wissenschaftliche Begleitung verlängert werden können. Zudem plant die Hochschule, das Potenzial von Park-and-Bike in einer weiteren deutschen Großstadt zu analysieren.

Der Online-Fragebogen ist noch bis Ende Oktober 2020 nutzbar. Er ist über einen Link abrufbar auf der Internetseite www.parkundride.de und auf der Internetseite der Frankfurt UAS unter https://survey.questionstar.com/ParkandBike